Umlegung von Kanalleitungen
für den neuen U-Bahnhof – Breslauerplatz, Köln

Bevor die eigentlichen Arbeiten für den Bau des neuen U-Bahnhofes Breslauer-Platz im Herzen von Köln beginnen konnten, musste das Areal zunächst „unterirdisch entkernt“ werden, d.h. Kanäle mussten in die Randbereiche des Platzes verlegt werden, um Raum zu schaffen für den Bau der U-Bahn. Mit dieser Aufgabe wurden die Tiefbauer von Friedrich Wassermann von der ARGE-Stadtbahn Köln Los Süd beauftragt.

Aufgrund der unmittelbaren Nähe zum Kölner Hauptbahnhof, der im 2. Weltkrieg Ziel von massiven Bombenangriffen war, mussten zunächst alle vorgesehenen Kanaltrassen von Kampfmittelräumdienst sondiert werden. Die Kanaltrassen konnten ferner wegen der zu erwartenden archäologischen Funde nur mit sehr eingeschränktem und vorsichtigem Maschineneinsatz ausgeschachtet werden.

Hinzu kamen viele kreuzende und teilweise nicht verzeichnete Versorgungsleitungen. All dies beeinträchtige den zeitlichen Ablauf erheblich. Nur durch einen Zweischichtbetrieb und Nachtarbeit konnten die zeitlichen Verzögerungen kompensiert werden.

Insgesamt haben wir am Breslauer Platz 200 m Kanal in offener Bauweise errichtet. Aufgrund verkehrstechnischer Gegebenheiten wurde darüber hinaus ein Kanalabschnitt in geschlossener unterirdischen Bauweise als Kölner Stollen in Spritzbetonbauweise errichtet.

Projekt Umlegung von Kanalleitungen
Bauherr: ARGE-Stadtbahn Köln Los Süd
Fakten: 40 m Stollenbau , 200 m Kanalbau in offener Bauweise, Verbindungs- und Überlaufbauwerke, Rohrkanäle DN 300- 600
Bauzeit: 2004 - 2005

Kölner Stollen in Spritzbetonbauweise

Beim Kölner Stollen in Spritzbetonweise wird der Stollenvortrieb so ausgeführt, dass ständig eine abstützende Wirkung zwischen den Verbaufragmenten durch eine Spritzbetonsicherung vorhanden ist. Der anstehende Boden wird deshalb abschnittsweise abgebaut und mit einer Spritzbetonsicherung versehen. Die Spitzbetonschale wird dabei schildmäßig vorangetrieben.

Der Kölner Stollen in Spitzbauweise ermöglicht einen vollständigen, kraftschlüssigen Verbund zwischen Stollenverbau und anstehendem Boden. Dabei können Bodenhindernisse wie Gebäudereste oder Trümmerschutt ohne Hohlräume in die Spritzbetonschale eingebunden werden. Jede Form und Größe ist möglich und kann auch auf extrem kurzen Längen ideal den Erfordernissen angepasst werden.