Spritzbetonstollen Buttermarkt
150 m Spritzbetonstollen mit sehr geringer Überdeckung

Während oben auf dem Buttermarkt in der Kölner Altstadt die Touristen gemütlich flanierten, haben wir rund vier Meter unter der gepflasterten Straße die defekte, aus der Zeit zwischen 1890 und 1930 stammende Kanalisation erneuert. Wegen der Enge der Altstadtstraßen und des meist quirligen Treibens auf dem Buttermarkt musste die Erneuerung der Kanäle komplett unterirdisch erfolgen.

Wir errichteten dazu als Verbau für die Neuverlegung von Steinzeug-Rohrkanälen DN 300-500 einen 150 m langen Kölner Stollen in Spitzbetonbauweise ohne Zwischenschacht. Der Stollen mit einer lichten Weite von 2,00 x 2,20 m hatte mit nur 1,00 – 1,60 m eine äußerst geringe Überdeckung bei laufendem Fahrzeugverkehr auf der Gasse Buttermarkt.

Beim Stollenvortrieb stießen die Mineure immer wieder auf Bodenhindernisse, z. B. auf Gewölbegänge, Mauerwerksreste, steinerne Räder und auf Basaltmauerwerk. Insgesamt wurden rd. 700 m³ Stollenausbruch mit Loren abtransportiert.

Mehrmals müssten die Tiefbauarbeiten unterbrochen werden, u. a. weil das Rheinhochwasser den Pegel im Stollen so weit steigen ließ, dass keine weiteren Arbeiten mehr möglich waren.

Hochzeit zweier Stollen

Der insgesamt 270 Meter lange Stollen der Gesamtmaßnahme an Buttermarkt, Fischmarkt und Brigittengässchen wurde von uns und einem weiteren Tiefbauunternehmen von zwei Schächten aus vorgetrieben. Im März 2012 war endlich geschafft, was man im Bergbau die „Hochzeit“ zweier Stollen nennt, das passgenaue Aufeinandertreffen zweier Stollen, die von zwei Seiten vorgetrieben werden.

Die weiteren Kanalbauarbeiten einschließlich Verlegung der Hausanschlüsse und die anschließende Verfüllung des Stollens mit sog. Dämmer-Beton wurden noch im Jahr 2012 abgeschlossen.

Projekt Spritzbetonstollen Buttermarkt
Bauherr: Stadtentwässerungsbetriebe Köln AöR
Fakten: 150 m Stollenbau ohne Zwischenschacht, lichte Weite 2,00x2,20 m, Überfahren des Altkanals, Durchfahren der Schächte, ca. 700 m³ Stollenausbruch in aufgefüllten Böden mit Bodenhindernissen jeder Art
Bauzeit: ca. 2,25 Jahre
Fertigstellung: 2012